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Sandalen trug man bereits in der Renaissance

Sandalen gehören zu den ältesten Schuhformen der Welt. Wie alt sie wirklich sind, ist nicht ganz geklärt. Fest steht, dass der Vorgänger dieses Schuhs in klimatisch heißeren Regionen der Welt entstand: Unter die Füße gebundene Sohlen aus Palmblättern sollten vor dem heißen Untergrund schützen. Mit der Erweiterung durch Schnüre aus Leder und der Verstärkung der Sohlen schlug die Geburtsstunde der Sandalen. Im alten Ägypten ist der Schuh das erste Mal in Bildern belegt. Aus den Texten und Malereien geht hervor, dass es nur den Herrschern und Trägern bedeutender Ämter erlaubt war, Sandalen anzuziehen, niedriger Gestellte gingen barfuß. In anderen Teilen der Welt bildeten sich ebenfalls Varianten dieses Schuhs heraus. Schrägriemensandalen, Kreuzriemensandalen, Zehenpflocksandalen, Zehenstegsandalen und Bäckersandalen werden an der Trageweise der Schnüre auseinander gehalten. Ist der Boden einer Sandale angehoben, spricht man von einer Plateausandale. In Afrika galt diese Art teilweise als Ausdruck des Rangs in einer Gesellschaft, sie sind daher keineswegs eine Erfindung der letzten Jahre.

Bis zum Anfang des Mittelalters waren Sandalen in Europa weitverbreitet. Durch das Verbot der der katholischen Kirche – nur stellenweise bedeckte Füße galten als sittenlos – verschwanden diese Schuhe aus den alltäglichen Bild. Sandalen wurden ebenso wenig in der Renaissance getragen, obwohl die Antike erneut modern war. Obgleich Statuen aus altertümlichen Zeiten diese Schuhe trugen, kam sie für die Bürger nicht in Frage. Als als nächstes Ende des 18. Jahrhunderts in Frankreich eine Dame der Gesellschaft in der Allgemeinheit Sandalen trug, bewirkte sie dadurch einen Eklat. Kaiserin Josephine persönlich warnte die Trägerin, dass Sandalen mit offenen Zehen in den Augen der Gesellschaft zu aufreizend seien. Der Sandalenslipper, eine brandneue Form des Schuhs, hatte jedoch während dieser Zeit enormen Erfolg. Jener geschlossene Halbschuh wurde zunächst mit Stoff- später mit Gummibändern, ähnlich wie bei Ballettschuhen, um die Knöchel festgehalten. Da die Schuhe keine Stärkung an der Ferse hatten, konnte man relativ einfach hineinschlüpfen und dann die Bänder über den Rist ziehen und um den Knöchel binden.

Ehe die Rockmode kürzer wurde, beschränkte sich die Auswahl noch auf unscheinbare Farben, weil diese unter der langen Bekleidung sowieso nicht zu erkennen waren. Die Anpassung an die Kleider und Accessoires folgte, sodass sie nun ebenfalls farblich und im Aussehen mit Handtaschen und Tüchern zusammenpassen. Bis zum Beginn der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts trug man Badeschuhe, die nun von Sandalen verdrängt wurden. Man wollte einfach an den Füßen braun werden, deswegen suchte man nach einer Alternative. Sandalen bieten den Füßen immer noch einen Schutzmechanismus, zeigen aber viel mehr vom Fuß. Grund genug, dass gerade im Hochsommer die Schuhe zu den beliebtesten Schuhformen gehören, die man sich vorstellen kann – und das bei Frauen und Herren.