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Sandalen zählen zur ältesten Schuhvariante

Eine schon sehr alte Variante der Fußbekleidung sind Sandalen. Zu welcher Zeit sie das erste Mal als Kleidungsstück auftraten, hat man bisher nicht herausgefunden. Es ist allerdings sicher, dass ihr Vorgänger in heißen Gebieten seine Abstammung hat und die Füße vor Hitze beschützen sollten. Im Zuge der Weiterentwicklung wurden die Sohlen massiver und Lederriemen ergänzten die jetzt entstandene Schuhform der Sandalen. Im alten Ägypten ist der Schuh das erste Mal in Malereien nachgewiesen. Aus den Texten und Malereien geht hervor, dass es nur den Königen und Trägern bedeutender Ämter erlaubt war, Sandalen zu tragen, niedriger Gestellte gingen bloßfüßig. Neben Afrika gab es noch weitere Gegenden, in denen die Leute solche Schuhe benutzten, beispielsweise in Japan, Südamerika, Indien und Europa. Abhängig von der Weise, wie die Riemen oder Schnüre über den Fuß geschlungen werden, werden sie gemäß als Schrägriemensandale, Kreuzriemensandale, Zehenpflocksandale, Zehenstegsandale oder Bäckersandale bezeichnet. Eine hohe Sandale nennt man Plateausandale. In Afrika galt diese Art stellenweise als Ausdruck des Status in einer Gesellschaft, sie sind daher absolut nicht eine Schöpfung der letzten Jahre.

Eine populäre Fußbekleidung waren Sandalen auf dem europäischen Erdteil bis ca. 600 n. Chr. Durch das Verbot der Kirche – nur stellenweise bekleidete Füße galten als sittenlos – verschwanden ebendiese Schuhe aus den täglichen Straßenbild. Selbst im Verlauf der Renaissance, wo das klassische Altertum mit all ihren Errungenschaften wieder entdeckt wurde, waren Sandalen verpönt. Griechische und römische Statuen, die diese Schuhe anhatten, hatte man zwar um sich herum, aber für die Wirklichkeit kam das nicht in Frage. Erst in Frankreich in der beginnenden Empire-Zeit wagte es eine Dame der Gesellschaft erstmalig wieder, Sandalen in der Allgemeinheit anzuziehen – und löste damit einen Eklat aus. Die Sichtbarkeit der Zehen durch die Sandalen sei unsittlich, gab ihr die Kaiserin Josephine in einer Verwarnung persönlich zu verstehen. Eine andere vergleichbare Schuhform setzte sich aber zu der Zeit durch: Der sogenannte Sandalenslipper. Jener geschlossene Halbschuh wurde erst einmal mit Stoff- später mit Gummibändern, ähnlich wie bei Ballettschuhen, um die Fußgelenke fixiert. Da die Schuhe keine Verstärkung an der Hacke hatten, konnte man recht einfach hineinschlüpfen und dann die Bänder über den Rist ziehen und um den Fußknöchel binden.

Ehe die Rockmode kürzer wurde, beschränkte sich die Auswahl noch auf unauffällige Farben, weil jene unter der langen Bekleidung sowieso nicht zu sehen waren. Danach kamen dann die ersten bunten Modelle heraus, die auf die Farbe der Portemonnaies oder der Verzierungen an den Kleidern abgestimmt waren. Bis zum Anfang der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts trug man Badeschuhe, die nun von Sandalen verdrängt wurden. Eine Schuhform wurde gesucht, mit der die Beine und Füße braun wurden, daher kamen diese an sich sehr alten Schuhe wieder in Mode. Sandalen schützten nach wie vor die Fußsohlen, bedeckten den Fuß aber nur so viel wie nötig. Anlass genug, dass besonders im Hochsommer die Schuhe zu den beliebtesten Schuhformen gehören, die man sich vorstellen kann – und das bei Damen und Herren.

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