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Schwache Blase? – Auch Männer sind davon betroffen

Von vielen Menschen wird Inkontinenz als reine Frauenkrankheit angesehen. Und es stimmt, dass Frauen aufgrund ihres Körperbaus und z.B. durch Geburten stärker als Männer gefährdet und deshalb auch häufiger betroffen sind. Doch Inkontinenz bei Männern ist bei weitem keine Seltenheit.

Männer und Inkontinenz in der Schweiz

Befragungen haben ergeben, dass 10 % der Schweizer an einer Harninkontinenz leiden. Man nimmt allerdings an, dass die Dunkelziffer noch wesentlich höher ist, da vielen Betroffenen ihr Problem so unangenehm ist, dass sie nicht darüber sprechen. Während unter den Betroffenen, besonders in den jüngeren Altersgruppen mehr Frauen sind, hier geht man von einem ungefähren Verhältnis von 8:2 aus,  gleicht sich das Verhältnis mit zunehmendem Alter immer mehr  an, sodass Frauen und Männer ab 70 Jahren ungefähr gleich häufig von einer schwachen Blase betroffen sind. Besonders im hohen Alter wird Inkontinenz zum Thema für die Schweizer. So leidet über die Hälfte der Pflege- und Altenheimbewohner daran.

Die Prostata: kleines Organ mit grosser Wirkung

Bei Männern ist Inkontinenz häufig das Resultat einer Prostatavergrösserung. Ab dem 50. Lebensjahr wächst bei den meisten Männern die Prostata langsam aber stetig. Da die Prostata die Harnröhre umschliesst kann es zu Beeinträchtigungen beim Urinieren kommen, wenn die vergrösserte Prostata die Harnröhre zusammendrückt.

Die Vergrösserung der Prostata kann, wenn sie rechtzeitig bemerkt wird, mithilfe von Medikamenten stark verlangsamt werden. So kann eine Inkontinenz verhindert oder zumindest ihr Auftreten heraus gezögert werden. Um die Prostatavergrösserung rechtzeitig behandeln zu können, sollten Männer ab 45 Jahren einmal jährlich eine Prostatauntersuchung durchführen lassen. Diese dient auch dazu Prostatakrebs auszuschließen.

Blasenschwäche: Reine Nervensache?

Weitere Ursachen für Blasenschwäche bei Männern können Nervenschäden oder eine Schwächung der Beckenbodenmuskeln sein. Diese können infolge von Operationen entstehen oder durch die Einnahme von Medikamente. Bei Inkontinenz als Folge einer Beckenbodenschwäche, können oft schon regelmässig durchgeführteTurnübungen eine Linderung des Problems bewirken.

Darüber hinaus kann Inkontinenz auf psychische Ursachen, wie zum Beispiel Stress, zurückzuführen sein. Dann spricht man von der  sogenannten Reizblase. Symptome sind dabei ein plötzlicher, starker Harndrang ohne dass die Blase vollständig gefüllt ist. Oft führt der starke Drang zu Urinverlust, da sich die Blase reflexartig zusammenzieht. Liegen psychische Ursachen vor, kann die Inkontinenz sehr gut mit verhaltenstherapeutischen Massnahmen behandelt werden, zum Beispiel durch Führen eines Miktionstagebuchs im Zuge eines Blasentrainings.

Man sieht, dass je nach Ursache der Inkontinenz die Behandlungsmethoden variieren. Deshalb sollte man auf eine ärztliche Untersuchung und Beratung auf keinen Fall verzichten.

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